Eine Lektion in Sachen Frieden: Psalm 90


Millie Harris, St. Michael, MN

Wir alle – sofern wir das Glück haben, lange genug zu leben – sehen uns irgendwann mit Ungewissheiten und Umständen konfrontiert, die wir niemals hätten vorhersehen können, seien sie nun freudig oder traurig. Es gibt keine Garantie dafür, dass das Leben so weitergeht wie bisher. Das ist das große Los des Menschen. Wie gehen wir also mit dem Leben um, wenn Situationen eintreten, die wir nicht erwartet haben oder die wir nicht verstehen? Die einzige Antwort auf dieses turbulente Leben ist Gott. Diese Welt ist chaotisch und hektisch. Das Leben hat Momente des Glücks, der Begeisterung, der Trauer und der Not. Gott ist die einzige Konstante über alle Generationen hinweg (Psalm 90,1).

Wir können viel lernen, wenn wir über Psalm 90 und die Worte nachdenken, die Mose zugeschrieben werden. Wenn wir das Leben dieses großen Glaubenshelden betrachten, wird uns sicherlich klar, dass Mose sein Leben unter Umständen führte, die er unmöglich hätte verstehen oder vorhersehen können. Wie hätte Mose jemals von den Plänen träumen können, die Gott für ihn hatte? Wie kann ich von den Dingen träumen, die Gott durch mich vollbringen möchte? Wenn uns Unvorhergesehenes widerfährt, halten wir dann jemals inne, um darüber nachzudenken, wie diese Umstände für unseren Dienst an Gott nützlich sein könnten? Wollte Mose immer das tun, was Gott für ihn vorgesehen hatte? Nein! Hat er Ausreden gesucht? Ja! Wie sieht es mit uns aus? Wollen wir immer das tun, was Gott uns in den Weg legt? Nein! Suchen wir nach Ausreden? Natürlich! Gerade in diesen Momenten der Ungewissheit werden unsere Hingabe an Gott und unser Verständnis von ihm unerlässlich – so wie es für Mose der Fall war.

Was hat Mose also erkannt, was auch wir erkennen müssen, während wir dieses turbulente Leben führen? Er erkannte, dass der Herr ewig ist und seit jeher die Zuflucht für alle Menschen war, die ihn gesucht haben – in allen Generationen. Ist mein Leben ungewisser als das Leben derer, die Gott in der Vergangenheit gedient haben? Ist mein Leben ungewisser als das von Noah, als er eine Arche für Regen baute, den er noch nie gesehen hatte? Ist mein Leben chaotischer, als es das von Abraham gewesen sein muss, als er seine Heimat in Ur verließ? Ist mein Leben unergründlicher als das der Apostel, als sie zusehen mussten, wie der Mann, von dem sie wussten, dass er ihr Herr und Erlöser war, am Kreuz starb? Das ist es nicht. Keiner von ihnen verstand den Plan – wie haben sie es also geschafft, zu siegen? Was war der rote Faden? Gott!

Mose hat verstanden, dass wir alle einfach auf einer Reise sind, genau wie diejenigen vor uns. Wir wissen, dass all unsere Jahre wie ein Traum sind (V. 5). Mose sagt, wir hätten siebzig Jahre, oder vielleicht achtzig, wenn wir kräftig sind. Was bedeutet das für mein Leben? Da ich mich der Siebzig nähere, werde ich daran erinnert, dass ich nicht ewig hier sein werde. In vielerlei Hinsicht ist das für mich kein bedrückender Gedanke. Ich sehne mich nach Zeit mit meinen Kindern und Enkelkindern. Ich genieße die Zeit mit meinen Freunden und denen, die ich liebe. Mit meinen Schwestern wird es mir nie langweilig. Gott hat mich auf dieser Erde wahrlich gesegnet. Doch Mose erinnert uns auch daran, dass die Spanne unseres jeweiligen Lebens nichts als Mühen und Sorgen ist. Wenn das wahr ist, was ist dann das Einzige, das mein Leben stabil und erträglich macht, wenn schwere Zeiten kommen? Gott muss mein Anker sein, so wie Er es für alle Gläubigen vor mir gewesen ist. Ich muss mich danach sehnen, meinem Gott zu gefallen und bei Ihm zu wohnen. Auch wenn die Ereignisse in meinem Leben manchmal nicht einfach erscheinen mögen, ist mein Weg doch einfach, wenn ich auf Gott vertraue, so wie es diejenigen vor mir getan haben. Ich folge Ihm einfach.

Auch Mose hat verstanden, dass es keine bedrückende oder morbide Vorstellung ist, unsere Tage zu zählen. Es ist die Weisheit Gottes. Sie schenkt uns Dankbarkeit und Erfüllung. Tatsächlich ist es eine Freude, darüber nachzudenken, was Gott für uns getan hat. Wenn wir auf unser Leben zurückblicken, waren die unvorhergesehenen Umstände oft die größten Segnungen. Meistens können wir gerade in diesen Ereignissen Gottes Plan für uns am deutlichsten erkennen. Er hat unseren Glauben gestärkt. Er hat uns gelehrt, auf ihn zu vertrauen. Er hat unsere Fähigkeiten gefördert. Gott wird all dies für uns tun, WENN wir es zulassen.

Da ich nun zweifellos in die letzte Phase meines irdischen Lebens eingetreten bin, blicke ich auf die Segnungen und Nöte zurück. Ich blicke auf die Kämpfe zurück. Ich blicke auf die Freuden zurück. Hatte ich Momente der Verwirrung und Unsicherheit? Natürlich! Gab es Zeiten, in denen mein Glaube ins Wanken geriet? Gewiss! Habe ich Momente purer Stärke und Entschlossenheit erlebt? Zweifellos! Ich ertappe mich dabei, wie ich über mein Leben und seine Segnungen nachdenke. Ich bin Gott dankbar, dass Er mir die Jahre geschenkt hat, um die Früchte meiner Arbeit zu sehen. Gott ist groß! Er ist die einzige Hoffnung in dieser verdorbenen Welt. Ich kann es mir nicht leisten zu glauben, dass mein Leben sich von dem derer unterscheidet, die vor mir gegangen sind. Ich kann es mir nicht leisten zu glauben, dass ich der einzige Mensch bin, dessen Leben völliges Chaos ist. Ich kann es mir nicht leisten zu glauben, dass ich einen besseren Weg finden könnte, mit den Ungewissheiten des Lebens umzugehen. Gott ist die einzige Antwort, und Er wird das Werk unserer Hände festigen.

Eine Lektion in Sachen Frieden Psalm 90
Millie Harris Translated by Teresa Rothe




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